8. Mai in Freiburg: Schulstreik gegen Wehrpflicht und antifaschistisches Gedenken zum Tag der Befreiung

Zum diesjährigen Tag der Befreiung gibt es auch in Freiburg wieder zahlreiche Veranstaltungen, die dazu aufrufen, den Opfern des Nationalsozialismus zu gedenken und angesichts der zunehmenden Militarisierung und des wiedererstarkenden Faschismus hierzulande zu antifaschistischem Engagement bewegen wollen.

Vor 81 Jahren endete die faschistische Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten. Während der 8. Mai in vielen Ländern wie Frankreich ein Feiertag ist, tut man sich in der Bundesrepublik bis heute schwer mit einer solchen Forderung, hatte es doch allein 40 Jahre gedauert, bis ein Bundespräsident in den 1980er Jahren es wagte, von Befreiung zu sprechen. Bis dahin wurde hierzulande das Ende des Hitler-Faschismus vorwiegend als Niederlage definiert – sahen sich doch viele Deutsche, die das NS-Regime tatkräftig oder stillschweigend mitgetragen hatten, als Opfer der aliierten Befreiungsarmeen.

Zum diesjährigen Tag der Befreiung gibt es auch in Freiburg wieder zahlreiche Veranstaltungen gegen zunehmende Militarisierung und wiedererstarkenden Faschismus.

Schulstreik gegen Wehrpflicht – Protest auf dem Platz der Alten Synagoge

Freitag, 8. Mai 2026, 10 Uhr
Platz der Alten Synagoge, Freiburg

Das Aktionsbündnis Schulstreik Gegen Wehrpflicht Freiburg und die Internationale Jugend Freiburg rufen für den 8. Mai im Rahmen des dritten bundesweiten Aktionstages wieder zum kollektiven Schulstreik auf.

„Am 8. Mai gehen wir nicht in die Schule, sondern auf die Straße. Wir wehren uns weiter gegen Wehrpflicht, Aufrüstung und Kriegstreiberei! Die Reichen wollen Krieg, die Jugend eine Zukunft!“

Die Kundgebung startet um 10 Uhr auf dem Platz der Alten Synagoge. Anließend ist eine Demo durch die Innenstadt geplant. Auf dem Platz der Alten Synagoge findet im Anschluss außerdem ein Aktionstag gegen die drohende Wehrpflicht statt. Was ist denn der Grund, wieso Kriege immer wieder geführt werden? Warum toben international dauernd militärische Konflikte, die Millionen zur Flucht zwingen? Wieso muss alle paar Jahre massiv aufgerüstet werden und weshalb sollen Millionen an Jugendlichen irgendwann eingezogen werden? Es wird Infostände und Workshops von verschiedenen Jugendorganisationen, darunter die DGB-Hochschulgruppe, geben wird.

Beim letzten Aktionstag am 5. März kamen in Freiburg bereits rund 1000 SchülerInnen und UnterstützerInnen zusammen, in mehr als 150 Städten bundesweit waren es über 50.000. Damit haben die SchülerInnen gezeigt, dass ihr Protest kein einmaliger Aufschrei, sondern der Auftakt zu einer breiten Bewegung ist.

Antifaschistische Kundgebung und Stadtrundgang – VVN-BdA und Omas Gegen Rechts

Freitag, 8. Mai 2026, 16.30 bis 19 Uhr
Mahnmal vor dem NS-Dokumentationszentrum
Ecke Rathausgasse/Rotteckring, Freiburg

Völkisch-nationalistische und rassistische Ideologien, die in der NSDAP ihren politischen Ausdruck fanden sind bis heute so weit verbreitet, dass sie zur realen Gefahr für die Gesellschaft werden. Zumal die politischen Grundlagen der Naziherrschaft nie wirklich überwunden wurden und wieder eine rechtsextreme Partei bereitsteht und nach der Macht giert. Eine Partei, die schon jetzt dafür sorgt, dass wieder einmal unliebsame Menschen aussortiert werden.

Ein Bündnis aus der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschistenden (VVN-BdA) und Omas Gegen Rechts nimmt den Tag der Befreiung zum Anlass, aller Ermordeten, Verfolgten und Deportierten zu gedenken und unseren Blick auf die Gegenwart zu richten.

Dazu findet ab 16.30 Uhr eine Kundgebung am Mahnmal am Rotteckring beim NS-Dokumentationszentrum eine Kundgebung statt. Im Anschluss ist ab 18 Uhr ein Stadtrundgang mit Historiker Rüdiger Binkle zu Orten des Widerstands in Freiburg geplant.

Ausstellung im NS-Dokuzentrum: „Ende der Zeitzeugenschaft?“

Noch bis zum 13. September
NS-Dokumentationszentrum
Rotteckring 14, Freiburg

Die letzten Überlebenden des Holocaust und der Shoa werden ihre Erlebnisse und Erfahrungen nur noch für begrenzte Zeit in persönlichen Begegnungen vermitteln können. Was bleibt, sind ihre Erinnerungen in Büchern, historischen Filmdokumentationen, Ausstellungen und Bildungsprojekten.

Die erste Sonderausstellung des Dokumentationszentrums Nationalsozialismus seit Eröffnung vor gut einem Jahr nimmt unter dem Titel „Ende der Zeitzeugenschaft?“ unterschiedliche Aspekte von ZeitzeugInnenschaft in den Blick: Wie entsteht aus persönlichen Erinnerungen eine Erzählung und was beeinflusst sie? Wie kommen Interviews und andere Zeugnisse eigentlich zustande? Was hat sich im Umgang mit ihnen seit 1945 verändert? Und wie gehen Museen und Gedenkstätten heute und in Zukunft damit um?

Dafür wurden Ausschnitte aus Interviews mit überlebenden FreiburgerInnen gesammelt. In der Museen Freiburg App gibt es außerdem eine begleitende Themen-Tour. Eintritt ist frei.

Gedenkstunde auf dem Jüdischen Friedhof

Freitag, 8. Mai 2026, 11 Uhr
Jüdischer Friedhof, Elsässer Straße 33, Freiburg

Ein weiterer Ort des Gedenkens am 8. Mai ist der Jüdische Friedhof in der Elsässer Straße. Um 11 Uhr findet dort eine Gedenkstunde zum Jahrestag der Beendigung des Zweiten Weltkriegs und der Befreiung vom Nationalsozialismus statt mit Blumenniederlegung am Mahnmal für die Holocaustopfer. Organisiert wird die Veranstaltung von der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden.

Filmvorführung „Aufstand in Auschwitz“ im Kommunalen Kino

Freitag, 8. Mai 2026, 17 Uhr
Kommunales Kino, Urachstraße 40, Freiburg

Zum Abschluss des Gedenktages zeigt das Kommunale Kino (KoKi) einen dokumentarischen Schwerpunkt über den jüdischen Widerstand. Der Film „Aufstand in Auschwitz“ beleuchtet ein oft übersehenes Kapitel: Den bewaffneten Widerstand der Häftlinge gegen die Vernichtungsmaschinerie. Mit dabei die Drehbuchautorin Gabi Schlag, Regisseur Bruno Wenz und Historiker Gideon Greif. Tickets gibt es auf der Website des Kinos.

Mit Material von VVN-BdA Freiburg.

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